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Aus der Beziehung zwischen dem Kunsthändler Alfred Flechtheim und dem Maler George Grosz wäre wohl eine lange, überaus erfolgreiche Verbindung geworden. Hätte nicht der Nationalsozialismus die Berliner und Düsseldorfer Galerien von Flechtheim in den Ruin getrieben und wäre Grosz nicht als »entartet« diffamiert worden. Nachlaßverwalter Ralph Jentsch schildert das Schicksal beider in dem Band »Alfred Flechtheim und George Grosz - ein Buch, das erschüttert und wütend macht.«
PETRA BOSETTI, Art 12/2009
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Seit 20 Jahren arbeitet Grosz Nachlaßverwalter Ralph Jentsch am Oeuvre-Katalog des Malers. Daß er darüber zum Detektiv werden würde, hat er sich damals nicht träumen lassen. Es ist eine Geschichte von unterschlagenen, geraubten und vorenthaltenen Bildern, die er jetzt in einem schmalen Buch über den Maler Grosz und seinen Galeristen Alfred Flechtheim öffentlich macht.
Ralph Jentschs Buch steigert sich nicht nur zu einer Art Krimi, zugleich ist es eine Erinnerung an das Unrecht, das im diktatorischen Staat begangen werden durfte und das später in der Bundesrepublik nicht von vornherein als Unrecht galt.
George Grosz selbst war nach Amerika geflohen, seine in Europa zurückgelassenen Bilder wurden zum Objekt von Habgier und Gewinnsucht. Einige seiner Bilder müssen erst wieder gefunden werden, z. B. "Der Abenteurer" aus dem Jahr 1917, seinerzeit ausgestellt als "Entartete Kunst". Noch ist das Bild nicht wieder aufgetaucht. Der Nachlaßverwalter hat aber schon eine Idee - und wird darüber selbst zum wahren Abenteurer.
LESE:ZEICHEN, Bayerisches Fernsehen, 6. Juli 2008
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Der Künstler und sein Händler
Ralph Jentsch hat die Geschichte der Galerie Flechtheim und ihres Künstlers George Grosz recherchiert
Soeben wurde im Berliner Auktionshaus Villa Grisebach "Kellerassel" (1931) von George Grosz versteigert. Ein düsteres, trauriges Bild mit einer langen Geschichte und einem ungewöhnlichen Hinweis im Versteigerungskatalog. "Das angebotene Gemälde war 2007 Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Laut rechtskräftigem Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 27.7.2007 ist das Gemälde rechtmäßiges Eigentum des Einlieferers." Ralph Jentsch, Nachlaßverwalter von George Grosz, versuchte trotzdem bis kurz vor der Auktion, die Versteigerung zu verhindern und das Bild für den Nachlaß und das geplante Museum zu sichern. Es ist ihm nicht gelungen, denn der frühere Besitzer Rolf Deyhle und Jentsch konnten sich nicht einigen. Die "Kellerassel" wurde für 285 000 Euro (mit Aufgeld) versteigert.
Um zu verstehen, warum Nachlaßverwalter Ralph Jentsch seit Jahren um dieses Bild streitet, muß man sein eben erschienenes Buch "Alfred Flechtheim und George Grosz" lesen. Hier legt Jentsch den Stand seiner Forschungen über den Nachlaß von George Grosz offen - mit allen Fehlstellen, Behinderungen durch Archivmitarbeiter und überraschenden Funden. Was bedeutet, daß er auch eine Geschichte des Galeristen und der Galerie Flechtheim erzählt. Denn Alfred Flechtheim, auch "Flechtheim der Große" genannt, war lange Zeit Grosz Förderer und Galerist, viele Grosz-Werke waren bei Flechtheim in Kommission. [...]
Uta Baier, DIE WELT, 4. Juni 2008
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Kunst als Kriminalstück
Wie Heimtücke, Diebstahl und Betrug die bedeutenden Sammlungen von Alfred Flechtheim verschwinden ließen.
Eine Kriminalgeschichte ersten Ranges, und sie ist noch lange nicht gelöst: Der Kunsthistoriker Ralph Jentsch, Nachlaßverwalter von George Grosz, fand neue Belege für Diebstahl und Betrug an Kunstbeständen, die der Kunsthändler Alfred Flechtheim und Grosz 1933 in Deutschland zurückließen. Danach befinden sich mehrere Gemälde heute unrechtmäßig etwa im Museum of Modern Art in New York, der Yale University Art Gallery in New Haven oder in der Kunsthalle zu Bremen. Der Verbleib vieler Werke jedoch ist bislang noch ungeklärt, einige sind vernichtet.
[...]
Jentsch, der für ein Œuvre-Verzeichnis seit vielen Jahren den Spuren der verschwundenen Gemälde und Grafiken nachgeht, forschte nicht nur in den Archiven der Museen und Galerien. Erstieg auch in die Aktenkeller der Finanzämter, Finanzdirektionen und Entschädigungsbehörden.
[...]
Jentschs Buch ist ein Lehrstück darüber, welch unerhörter, geradezu kriminalistischer Aufwand erforderlich ist, um nach Jahrzehnten Belege für Restitutionsansprüche aufzuspüren. Denn die Täter haben gewußt, daß sie sich im Bereich des Illegalen bewegten.
Rainer Schmitz, FOCUS 21/2008, S. 56
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Verraten und verkauft
Wie sich das Werk von George Grosz in alle Welt verstreute
[...] Aufgedeckt hat diese Zusammenhänge nun Ralph Jentsch, der Nachlaßverwalter von George Grosz. Seit rund 19 Jahren ist der ehemalige Galerist damit beschäftigt, einen Werkkatalog zusammenzustellen. Damit wären endlich die Werke von Grosz, ihre Entstehung, Herkunft und deren Verbleib eindeutig benannt. Jentschs Suche nach dem verstreuten und teilweise verschollenen Werk verläuft kreuz und quer durch die Welt. Die verramschten (und unterschlagenen) Gemälde aus jener Amsterdamer Auktion gelangten nach 1945 in angesehenen Museumsbesitz. In New York und New Haven, USA, befinden sich Gemälde, in London, Wien, Tokio und auch in der Bremer Kunsthalle. Gemeint sind die Gemälde „Pompe funèbre“ von 1925 und „Stilleben mit Okarina und Muschel“ von 1931. Beide Kunstwerke wurden in den siebziger Jahren aus Mitteln der Hansestadt erworben. Die Erben von George Grosz aber beanspruchen die Bilder nun für sich. 2003 stellte Ralph Jentsch im Auftrag der Grosz-Erben einen Restitutionsantrag an alle ausfindig gemachten Museen. Geschehen ist bis heute nichts. Die Museen weisen den Antrag auf Rückgabe als gegenstandslos zurück. Die Ansprüche sind verjährt, das macht das Ganze letztlich zu einer Frage der Moral.
Stefan Berkholz, TAGESSPIEGEL, 13.4.2008
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„Enteignungskrimi Alfred Flechtheim“
Der Titel des Buches „Alfred Flechtheim und George Grosz“ von Ralph Jentsch bei Weidle klingt harmlos – die Geschichte, die darin erzählt wird, ist Sprengstoff: Ralph Jentsch, langjähriger Nachlaßverwalter von George Grosz, hat recherchiert, wie der wohl berühmteste Galerist der 20er Jahre, Alfred Flechtheim, enteignet und ins Exil getrieben wurde, wo er bald verstarb (seine Frau brachte sich einen Tag, bevor sie ins KZ abtransportiert werden sollte, um). Er erzählt, wie wertvolle Gemälde verschwanden und in Amsterdam für Kleingeld versteigert wurden - eines der so verscherbelten Gemälde („Maler und Modell“ – verkauft für 10 Dollar) hängt bis heute im New Yorker MoMa. Und er erzählt, wie die Wiedergutmachung in den 50er und 60er Jahren von den gleichen Mittelsmännern betrieben wurde, die schon 1933 ihre Finger im Spiel hatten.
Ulrich Faure BUCHMARKT, 10.4.08
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Das umfangreich recherchierte Buch von Jentsch ist ein Krimi der besonderen Art. Es ist klar und anschaulich verfaßt, sehr verdichtet und reichhaltig mit Zitaten
und Dokumenten belegt. Das Raubrittertum unter den Nazis wird ein weiteres Mal grell beleuchtet.
Stefan Berkholz, WDR3, Mosaik, 27.März 2008 |
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